Im Durchschnitt ist jeder Erwachsene einmal im Jahr von einer Erkältung betroffen. Bei Kindern liegt die Erkältungsrate noch höher. Die Entwicklungen in der Gesundheitspolitik haben dazu geführt, dass sich viele Menschen bei einer Erkältung selbst behandeln, um einen Arztbesuch möglichst zu vermeiden.
Hausmittel und freiverkäufliche Erkältungspräparate haben somit Hochkonjunktur. Doch leider liegen die Patienten mit der Wahl ihrer Selbstmedikation nicht immer richtig. Auch halten die Präparate nicht immer das, was sie versprechen und zeichnen sich teilweise sogar durch bedenkliche Wirkstoffkombinationen aus. In vielen Fällen ist es sinnvoller, auf die Einnahme von Medikamenten zu verzichten.
Viele frei verkäuflichen Arzneimittel sind nicht zu empfehlen, weil mehrere Wirkstoffe enthalten sind, deren Kombination nicht sinnvoll oder sogar bedenklich ist.
Basis vieler Produkte seien grundsätzlich Schmerz- und Fiebermittel wie Paracetamol oder Acethylsalicylsäure. Hinzu kommen Antihistaminika, die in der Regel bei allergischem Schnupfen empfohlen werden. Bei einer Erkältung machen sie jedoch weniger Sinn. Viele Antihistaminika haben des Weiteren die unangenehme Eigenschaft, dass sie müde machen.
Zusätzlich ist oftmals Koffein gegen die Müdigkeit enthalten. Auf diese Weise wird das natürliche Ruhe- und Schlafbedürfnis des Betroffenen gestört. Ruhe und Schlaf gelten jedoch bekanntermaßen als die beste Medizin bei einer Erkältung.
Weiterhin sollen sogenannte Sympathomimetika helfen, die gereizten Nasenschleimhäute abschwellen zu lassen. Diese Wirkung könnte jedoch mit Hilfe von Nasentropfen zielgerichteter erreicht werden.
Vorsicht ist auch bei Kombipräparaten geboten, die unter anderem Hustenreiz lösende Stoffe enthalten. Oftmals ist ein Abhusten des Schleims durchaus erwünscht oder aber gar kein Hustenreiz vorhanden.
Bei der Behandlung von grippalen Infekten gilt also: „Weniger ist oft mehr!“ Statt großzügig auf Breitbandmedikamente zurückzugreifen, sollte man lieber den Monopräparaten, die speziell auf das Krankheitsbild zugeschnitten sind, den Vorzug geben. Wer beispielsweise maßgeblich unter einer verstopften Nase leidet, dem sind für eine begrenzte Zeit Nasensprays zu empfehlen. Wem jedoch die Halsschmerzen eher zu schaffen machen, der sollte sich hauptsächlich auf Halstabletten beschränken. Die Einnahme von Antibiotika ist bei einem grippalen Infekt meist sinnlos. Antibiotika sind lediglich in der Lage, Bakterien abzutöten – ein grippaler Infekt wird aber in den meisten Fällen durch Viren verursacht.
Grundsätzlich sollte bei einer Erkältung nach drei bis vier Tagen eine leichte Besserung des Befindens eintreten. Ist dieses nicht der Fall oder nehmen die Symptome sogar zu, so ist ein Arztbesuch unbedingt erforderlich. Dieses gilt auch bei hohem Fieber oder extremem Unwohlsein.
Um das Erkältungsrisiko zu reduzieren, helfen regelmäßige Saunagänge, körperliche Bewegung an der frischen Luft, Wechselduschen, genügend Schlaf und eine ausgewogene, vitalstoffreiche Ernährung und ggf. ein ärztlich empfohlenes Vitalstoffpräparat.
